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Weicher Ton*

Ich sehe sie genau vor mir.

Deine Augen.

Groß und dunkel.

Ein Abgrund, in den ich plötzlich schauen kann;

und eine Entscheidung,

die du triffst.

 

Du weißt genau, in welch schlechter Verfassung ich bin.

Du weißt genau, dass ich formbar bin wie weicher Ton.

Du weißt genau, dass ich keinen Widerstand leisten werde.

Du weißt genau, wie instabil mein Herz ist.

Du weißt genau, was du mit mir machen kannst.

Du weißt genau, dass ich dir viel zu sehr vertraue.

 

Und so triffst du eine Entscheidung.

Du rätst mir nicht zur Therapie.

Nein.

In dir keimt ein anderer Gedanke.

 

Ich fühle mich von deinem Blick durchbohrt.

Ganz tief in mir spüre ich die dumpfe Bedrohung.

Aber ich tue es ab.

Ich versuche, die leise Ahnung abzuschütteln.

Das kann ich gut.

Und so nimmt das Unheil seinen Lauf.

 

Ich falle.

 

Und die Falle schnappt zu.