25.11.2018: Verzweiflung, Suizidalität und Zuversicht
Tagebuchauszüge · 15. Juni 2022
Diesem Tagebucheintrag vom 25.11.18 war am 24.11.18 eine schlimme Panikattacke vorausgegangen, die ich zum Glück dank des Schreibens überlebte. Sie sollte mir letztlich zeigen, wie wichtig es ist, Verzweiflung zu fühlen. Unterdrückte Verzweiflung kann die Gedanken immer dunkler färben, Suizidgedanken werden drängender, Suizidabsichten vielleicht sogar klarer. Dieses Gefühl darf nicht weiter tabuisiert werden. Man muss im Leben nicht immer stark sein.

23.11.2018: Mich weiter öffnen
Tagebuchauszüge · 15. Juni 2022
Vor der Klinik liefen Gespräche für mich häufig so ab: Ich hörte hochaufmerksam zu, fühlte mit, erspürte MÖGLICHE Wünsche und Bedürfnisse des anderen, gab meinem Gegenüber nahezu allen Gesprächsraum - und fühlte mich hinterher völlig ausgelaugt und machte innerlich dem anderen Vorwürfe, sich nicht für mich zu interessieren. Diese tiefe und schmerzhafte Baustelle ging ich nach der Klinik in aller Konsequenz an. Allmählich spürte ich, wie gut es mir tat, auch etwas von mir zu erzählen.

22.11.2018: Es geht in die Tiefe
Tagebuchauszüge · 15. Juni 2022
Nach meiner Traumaübung "Der innere sichere Ort" von Luise Reddemann (welche mir meine Therapeutin empfohlen hatte), sah ich bei den Youtube-Vorschlägen ein weiteres Video. Auch wenn mir die neue Übung einige Tage lang sehr gut tat, möchte ich dir an der Stelle dennoch nicht leichtsinnig zum selben Vorgehen raten. Denn niemand kann dir sagen, was dir dein Unterbewusstsein an Unverarbeitetem zeigen wird. Ich wusste das damals schlichtweg nicht und war selbst oft leichtsinnig.

21.11.2018: Die Angst, etwas zu verpassen
Tagebuchauszüge · 15. Juni 2022
Die Angst, etwas zu verpassen, kenne ich sehr gut. Schon sehr früh sehr pflicht- und verantwortungsbewusst war ich in meiner Jugend nie dabei, wenn die anderen aus der Klasse Spaß hatten. Später verbot ich mir den Spaß dann selbst und projizierte unbewusst meine verdrängten Bedürfnisse auf die anderen ("Die haben Spaß, ich nicht!"). In diesem Tagebucheintrag wird mir diese alte Angst endlich bewusst.

20.11.2018: Körper, gehts noch?!
Tagebuchauszüge · 14. Juni 2022
Ich hatte, wie immer, schlimme Regelschmerzen überstanden und wollte "endlich" in den Tag starten. Mir sollte erstmals an diesem Tag bewusst werden, dass ich (also mein Verstand) meinem Körper die Schuld daran gab, wenn ich wieder nicht "alles erledigt" hatte. Wenn mich die Schmerzen von meinem Tagwerk "abhielten". Ein solcher Selbsthass ist bei starken Regelschmerzen nicht wirklich förderlich.

19.11.2018: Kurz und typisch
Tagebuchauszüge · 14. Juni 2022
Es ist nur ein kurzer Tagebucheintrag, der aber ein für mich damals typisches Problem zeigt: Wie schwer mir das Entspannen fiel. "Darf ich wirklich mal nicht so viel schreiben?", "Ich bin so müde, ich will eigentlich gar nicht schreiben. Aber ich MUSS doch schreiben! Das ist meine Aufgabe! Ich darf das nicht einfach so sein lassen!"

18.11.2018: Da ist nur eines - Angst
Tagebuchauszüge · 11. Juni 2022
Angst, Angst, Angst. An diesem Tag erwischte es mich heftig. Um mit den Ängsten irgendwie umzugehen, nicht durchzudrehen und sie auch nicht zu verdrängen (das verstärkt Ängste nur), machte ich das, was ich noch so oft machen sollte: Schreiben.

17.11.2018: Katastrophendenken
Tagebuchauszüge · 11. Juni 2022
Dieser Tagebucheintrag ist für mich ein ganz wichtiger, auch wenn ich das damals noch nicht wusste. Ich hatte furchtbare Panik davor, kein Krankengeld zu bekommen. Dass ich große Angst vor "zu wenig" Geld hatte, war mir damals noch nicht bewusst. Doch der Hilfsansatz, mich erst dann verrückt zu machen, wenn das Ereignis auch tatsächlich eingetreten ist, sollte ein wichtiger Baustein zur nachhaltigen Überwindung meiner Angststörung werden.

16.11.2018: Vier Panikattacken
Tagebuchauszüge · 11. Juni 2022
Vier überstandene Panikattacken an einem Tag - Ich war völlig k. o. Dadurch begann ich aber auch, endlich mal bewusst zu denken und auszudrücken: "Kirsten, du machst das echt verdammt gut!"

15.11.2018: Verantwortung für mich übernehmen
Tagebuchauszüge · 11. Juni 2022
Kurz vor der Entlassung aus der Klinik wurde mir äußerst schmerzhaft klar, dass mein späterer Stalker mich fürchterlich ausgenutzt und benutzt hatte. Mir wurde erstmals das Spinnennetz bewusst, in dem ich mich völlig verheddert hatte. Er hatte fast die gesamte Kontrolle über mein Leben, alles nahm er mir ab. Mich da herauszulösen, sollte mir die beschissene Stalkingerfahrung "bescheren". Außerdem stand ich nun selbst vor den Problemen, die er mir abgenommen hatte.

Mehr anzeigen