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Licht*

Noch könnt ihr euch in der Dunkelheit verstecken.

Noch habt ihr Vorsprung.

Noch glaubt ihr, dass euch niemand entdeckt.

Nocht könnt ihr vor euch selbst davonlaufen.

 

Doch wir werden mehr.

Mehr Menschen, die über ihre erlittenen Grausamkeiten sprechen.

Es wird Worte für das geben, was heute oft noch unaussprechlich scheint.

Und wo es Worte gibt, gibt es Licht.

 

Überall gibt es vorsichtige Versuche.

Internetseiten, Internetforen, Kommentare, Erfahrungsberichte, zarter öffentlicher Austausch.

Das Licht bricht schon durch.

Die Menschen, wir, wollen reden.

Nicht mehr nur hinter geschlossenen Therapietüren.

 

Das Licht dringt in die tiefsten Abgründe.

In eure eigenen Abgründe.

Es konfrontiert euch mit eurer eigenen Feigheit.

Alles wird sichtbar.

 

Was klickst du als nächstes an?

 

Betäubte Babys?

Betäubte Kinder?

Betäubte Jugendliche?

Betäubte Frauen?

Betäubte Männer?

 

Ach, sie sind nicht betäubt?

 

Seid euch sicher: Wir werden mehr.

Und wir passen besser aufeinander auf.

Noch habt ihr Vorsprung.

Aber alles wird sichtbar.

 

Das Licht schert sich nicht

um eure Titel und Positionen,

um eure eingebildete Machtstellung und euer Geld,

um euren Einfluss und eure Drohgebärden.

 

Was siehst du dir als nächstes an?