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Depression und Tantra: Meine Erfahrungen

In meinem Artikel zur nachhaltigen Überwindung meiner Depression habe ich den für mich so wichtigen Tantrakurs, welchen ich von Februar bis April 2019 besuchte, bereits grob erwähnt. In diesem Text möchte ich nochmal genauer auf meine persönlichen Erfahrungen eingehen. Denn so wichtig wie meine Psychotherapie in einer Psychiatrischen Institutsambulanz auch für mich war: So wichtig war für mich und meinen Heilungsweg auch das Tantra. Für mich steht fest: Ohne den zehnwöchigen Kurs hätte ich es nicht geschafft. Warum ich das so sehe, möchte ich dir im Folgenden erzählen. Natürlich schwatze ich dir hier aber nichts auf und mache selbstverständlich keine allgemeingültigen Versprechungen.



Depression und Tantra: Meine Erfahrungen

Was ist Tantra für mich?

„Tantra lehrt die Bejahung unseres ganzen Seins: Von der Grobstofflichkeit des physischen Körpers bis hin zu den feinstofflichen Dimensionen der Seele. Im Tantra geht es um Energieumwandlung, um die Befreiung des Geistes, um die Verwirklichung unseres höchsten Potenzials.“ (Richardson, 2019, S. 7). Bejahung unseres Seins – So habe ich den Kurs damals empfunden. Ich möchte an der Stelle gar nicht zu sehr in wissenschaftliche Definitionen abgleiten. Mein damaliger Kursleiter Helfried Lohmann beantwortet auf seiner Webseite viele Fragen rund um das Tantra. Falls du tiefer in das Thema eintauchen möchtest, verweise ich dich an der Stelle ganz elegant auf seine Seite ;-). Ich hätte sonst das Gefühl, einfach nur etwas abzuschreiben.

 

Nein, ich möchte an die Worte von Diana Richardson anknüpfen: Für mich persönlich ist das Tantra eine Einladung, mich so zu zeigen, wie ich WIRKLICH bin. Das kann aus meiner Sicht verschiedenste und beispielhaft aufgeführte Aspekte umfassen:

  • eigene Bedürfnisse erkennen, sich erlauben und ihnen entsprechend (endlich) leben
  • sich den Fragen nähern: Wer bin ich? Was brauche ich, damit es mir gut geht?
  • tief verinnerlichte Verbote und somit Projektionen erkennen (inneres Verbot: „Ich darf keine Lust empfinden“ – damit verbundene Projektionen: „Die ist ja ne Schlampe!“, „Der nimmt sich alles, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist“ etc.)
  • sich der eigenen sexuellen Lust behutsam nähern
  • sich vor anderen verletzlich zeigen
  • „aus sich herauskommen“, z. B. laut werden, Freude ausdrücken, ekstatisch tanzen, stampfen, hüpfen, stöhnen, gähnen usw.; kurzum: all das endlich zulassen und endlich zeigen, was sich „nicht gehört“, was man „nicht macht“, was man „nicht darf“.

Depression und Tantra: Om

Klinik, Stalking, Panikattacken, Tantra

Doch der Reihe nach. Ab Dezember 2018 befand ich mich in meiner beruflichen Wiedereingliederung, die aus heutiger Sicht ein Fehler war. Zu dieser Zeit begannen gerade erst meine Traumaübungen zu wirken und ich war froh, dass mich mein Haushalt nicht zu stark überforderte. Mit diesem wackligen Innenleben arbeiten zu gehen, konnte nicht gut gehen. Ich hatte im November 2018 furchtbare Panikattacken überlebt, das Stalking setzte zu dieser Zeit ebenfalls ein. Eine riesige Umbruchphase sollte beginnen.

 

In dieser Zeit und wie es der „Zufall“ wollte, stieß ich durch einige Umwege auf Helfrieds Yoga- und Tantraangebote. Keine 30 Gehminuten von meiner damaligen Leipziger Wohnung entfernt. Heute weiß ich: Es sollte so sein. Und da alles zusammenpasste, ging ich am 21.01.2019 zum Vorstellungsabend. Meine Begeisterung geht aus meinem Tagebucheintrag hervor:

 

21.01.19 (Mo)

Das war ein Mega-Erlebnis! Ich bin ohne jegliche Erwartungen und Voreingenommenheit zum Tantra-Abend und war sofort begeistert. Helfried und Soluna [die zweite Kursleiterin] haben so viele Dinge gesagt, in denen ich mich sofort wiedererkannt habe. Z. B. dass es beim Tantra vor allem ums Spüren geht. Wie schnell bewerten wir etwas, ohne dass es dafür einen Grund gibt. Es geht auch um Sexualität und wie ich mit starken Energien in mir umgehen kann. Und dann: Verletzungen, die man in zwischenmenschlichen Beziehungen erlitten hat, können nur durch zwischenmenschliche Beziehungen geheilt werden! Was für ein Satz!

 

Und das Beste: Für mich ist extra ein Platz im Kurs für Tantra-Einsteiger freigemacht worden!!!! Eigentlich war die Teilnehmerliste schon voll :-). Ich hab vorhin vor Glück geweint. Wenn das mal kein Zeichen ist :-).

 

Und auch die Übungen waren so toll. Ich hab mich auf alles eingelassen (singen, kleine Berührungen, tief in die Augen schauen, verletzlich zeigen, Umarmungen, lächeln) und es hat super geklappt. Wobei das vor einigen Wochen noch nicht funktioniert hätte. Da wäre ich zu verkrampft und ängstlich gewesen.

 

Es war einfach so toll. Mal schauen, wo die Reise hingeht :-).

Der Kurs war für mich so intensiv wie eine zweite Therapie

Im Tagebuchauszug habe ich einen Satz über Verletzungen in zwischenmenschlichen Beziehungen hervorgehoben. Helfried sagte damals diesen Satz und ich sehe ihn immer noch innerlich vor uns sitzen. Denn dieser Satz war für mich wie ein Blitzeinschlag. Es waren diese Worte, die dazu führten, dass ich nach dem Abend mein ganzes Glück herausforderte und die Beiden fragte, ob ich beim Einsteigerkurs mitmachen darf. Was ja zum Glück klappte :-). Und wie schon erwähnt, war für mich der anschließende Tantrakurs so heilsam, heraus- und manchmal auch überfordernd, aufwühlend, schmerzhaft, widersprüchlich und bereichernd wie eine zweite Therapie.

 

Der Tantra-Einsteigerkurs begann am 04.02.2019. Zehn Wochen lang trafen wir uns bis Mitte April 2019 montagabends für ca. 3-4 Stunden. Die Gruppe bestand anfangs aus den beiden Kursleitern, 8 Frauen und 7 Männern. Im Laufe der Wochen stiegen nach und nach einige aus verschiedenen Gründen aus; am Ende waren wir noch knapp 10 Teilnehmer. Wir waren ganz normale Leute, Unternehmer, Angestellte, Künstler, Arbeitslose, Singles, Paare, zwischen 20 und 60 Jahren. Ein schöner, bunter Haufen :-).

Depression und Tantra: Namasté

Was haben wir gemacht?

Das Programm bestand aus unterschiedlichsten, abwechslungsreichen Elementen: Viele Gesprächskreise, Meditationen, Yoga, die für mich persönlich so wichtigen und erkenntnisreichen Körperwahrnehmungs- und Grenzenübungen, erste Massagen, Mantrasingen, Tanzen, ein Abschlussritual – Das Kursskript findet sich auch auf Helfrieds Webseite. Meine Eindrücke vom ersten Kursabend schrieb ich natürlich ins Tagebuch:

 

05.02.19 (Di)

Gestern ging der Tantra-Einsteigerkurs los! Und es war soooo toll. Die Übung, bei der wir mal der nur zuhörende Buddha und dann der „Erzähler“ zu einer gestellten Frage (für 1 Minute durchweg reden) waren, war besonders intensiv. „Was mag ich an mir?“ – Was für eine schwere Frage :-). Aber auch das Meditieren, Singen und die Sinnesübung mit verbundenen Augen waren toll. Bei der Sinnesübung hatte ich zwar zuerst Angst, weil ich ja nichts gesehen und mich dadurch hilflos und ausgeliefert gefühlt habe. Aber dann habe ich mir gesagt, dass ich an einem sicheren Ort bin und mir nichts passiert. Damit ging es dann. Und ich glaube, ich habe noch nie so sinnlich eine Weintraube gegessen :-). Ich habe sie im Mund in 2 Hälften geteilt und dann vor allem das Innere langsam mit der Zunge erkundet. Das hat sich ganz weich angefühlt. Es war toll :-).

Depression und Tantra: Tagebuchauszug 2
Mein Tagebucheintrag vom 05.02.2019

Nicht zu stoppende Aufarbeitung

Die Abende lösten bei mir regelmäßig mal begeisterte, mal bittere und sehr schmerzhafte Erkenntnisfluten aus. Auch Tage später noch. Ich MUSSTE schreiben. Manchmal schlief ich nach den Kursabenden keine zwei Stunden und musste dann ja zur Arbeit (Wiedereingliederung). Auch auf Arbeit konnte ich das Schreiben nicht bleiben lassen; es kam einfach zu viel hoch. Es arbeitete und arbeitete und arbeitete in mir (Das wirkte sich natürlich auch auf mein Skin Picking aus. Aber die bittere Pille musste ich schlichtweg schlucken). Dazu nochmal ein Tagebuchauszug:

 

12.02.19 (Di)

Ich hab einen solchen Drang über gestern zu schreiben! Endlich komme ich dazu. Der Tantraabend von gestern hat heute seine Wirkung entfaltet: Ich bin durch den Tag „geflogen“ – wie auf einer schweren Wolke, die langsam über den Himmel fliegt. Sehr angenehm und erfüllend. Es war so unglaublich intensiv. Vor allem die Grenzübung und das Ampelspiel mit X. Bei jeder kleinsten Bewegung von X wollte ich „Stop!“ sagen. Es ging so viel in mir vor: Flimmern, Herzklopfen, Kälte, Wärme, Druck, Schwere, Blitze, Enge – mal in den Händen, den Füßen, im Kopf, im Bauch, den Beinen, Unterleib, im Gesicht. Unglaublich! Und schön war auch, diese Empfindungen nicht zu bewerten. Ist die dumpfe Schwere im Bauch Angst, Vorfreude, Lust? Keine Ahnung!

 

Aber wie schnell hätte ich das Näherkommen ohne diese Übung nur als Angst und Bedrohung interpretiert! Mir hat die Übung gezeigt, dass ich grundsätzlich kein gefühlskalter Brocken bin. Ich habe mich auf das Näherkommen von X gefreut, bin aber eben einfach vorsichtig. Und das ist überhaupt nicht schlimm. Das macht es mir leichter, offen und freudig auf Menschen zuzugehen. Das heißt ja nicht automatisch, dass ich alles mit mir machen lasse. Nein, die Zeiten sind vorbei!! Ich bin für mich und meine Grenzen selbst verantwortlich. Und ich werde im Grenzenspüren und dann auch –mitteilen immer besser. Das nimmt so viel Druck von mir!

 

Denn so kann ich mich auch viel besser auf Menschen einlassen und (so wie schon die letzten beiden Male) meine Fröhlichkeit und Neugier auch zeigen. Weil ich weiß, dass ich auf mich achte und zur Not sage, wenn etwas nicht stimmt oder sich irgendwie komisch anfühlt.

 

Und wie das auf andere wirkt! Ich habe so viele tolle Komplimente und Umarmungen gestern erhalten dürfen. Das hat mich schon fast etwas überfordert :-). Aber so war es bei der Kuschelparty auch schon. Mich erfüllt das alles zur Zeit mit einer so tiefen Dankbarkeit und Vorfreude auf alles, was noch kommt. Und das Schönste dabei ist: Das habe ich mir alles selbst erarbeitet! Mit meiner Neugier, meinem Mut und Offenheit. Es kann nur besser und schöner werden :-).

Neue Impulse, neue Wege

Neben den Übungen und vielen Gesprächen erhielt ich auch von den Menschen, die ich im Kurs kennenlernte, viele weitere Impulse für meinen Aufarbeitungsweg. Der Begriff Hochsensibilität fand mich, meine Ansichten über Partnerschaften wurden gehörigst durcheinandergewirbelt :D. Noch während des Kurses besuchte ich mit einem anderen Kursteilnehmer die Leipziger RosaLinde, ein Verein, der bei Themen wie Homosexualität, Transgender, Polyamorie etc. eine tolle Anlaufstelle ist. Ich war so durcheinander, dass ich schlichtweg Antworten brauchte :-).

 

Eine Teilnehmerin des Kurses drückte mir an einem Kursabend eine Kopie mit den Worten in die Hand: „Das ist vielleicht was für dich.“ Es war eine Vergebungsübung. Ich machte sie erst im Mai 2019, als der Kurs bereits beendet war. Seitdem weiß ich, wozu das menschliche (psychische) Herz in der Lage ist. Im Juli 2019 meldete ich mich dann nach rund 7 Jahren Funkstille zum ersten Mal wieder bei meinem Papa…

 

Und dann sollte ich während der Kurszeit ja auch noch IHN kennenlernen ;-). Die ersten beiden Wochen waren wunderschön… Es folgten über 1,5 Jahre Chaos, gegenseitige Verletzungen, Eifersucht, Machtspielchen, Liebeskummer und so viel Wut. Mit dem Begriff Dualseele kann ich etwas anfangen. Damals kam es mir vor, als wollten Schmerz und Sehnsucht nicht enden. Andererseits ergaben sich aus unserer Begegnung und diesem tiefen Schmerz neue Perspektiven für mich, worüber ich beispielsweise in der Auseinandersetzung mit meiner Yoni schreibe. Aber der Weg war kein Spaziergang.

Depression und Tantra: Neue Impulse, neue Wege

Heilung dank Psychotherapie und! Tantrakurs

Alles in allem sage ich heute: Meine Psychotherapie UND der Tantrakurs waren essentielle Bestandteile meines persönlichen Heilungsweges. Nur mit der Psychotherapie allein hätte ich das nicht geschafft, da mir zu viele Impulse gefehlt hätten. Zumal Termine mit meiner Therapeutin hin und wieder ausfielen und ihr Arbeitsvertrag ab Oktober 2019 nicht verlängert wurde. Wir "mussten" sozusagen an einen Punkt kommen, an dem wir ruhigen Gewissens die Therapie beenden konnten. Denn für mich stand fest, dass ich mich keinem neuen Therapeuten anvertrauen wollte: Da ich meiner Therapeutin sehr vertraute, hatte ich ihr beispielsweise Fotos nach einem "frischen" Skin-Picking-Anfall gezeigt und ihr beschrieben, was dabei in mir vorging. Sowas hätte ich beispielsweise niemals in einem Tantrakurs o. ä. gemacht.

 

Aufgrund dieser positiven Erfahrungen finde ich es persönlich sehr schade, wenn sich die beiden Seiten „bekriegen“. Wenn also Vertreter der Seite „alternative Behandlungsmethoden“ gegen die Vertreter der Seite „klassische Schulmedizin und Psychotherapie“ schießen und andersherum. Auch meine Psychiaterin war nicht sonderlich von meinen Erzählungen über die Tantraabende begeistert. Sie rümpfte sogar die Nase, weshalb ich ihr fortan nicht mehr alles erzählte. Aber: Es war MEIN Heilungsweg. Nicht ihrer.

Depression und Tantra: Heilung dank Psychotherapie und Tantrakurs

Persönliche Tipps

Falls du dich fürs Tantra interessierst, möchte ich dich von Herzen ermuntern, deiner Neugier zu folgen. Auch wenn du dich von schamanischen Methoden, intuitivem Malen, Körper- und Energiearbeit etc. angesprochen fühlst, aber vielleicht noch zögerst, möchte ich dich ermuntern, nach (Online-)Schnupperabenden o. ä. Ausschau zu halten. Ich habe mich beispielsweise bei Ana Lahak, einer mexikanischen Schamanin, im September 2019 in einen Sarg gelegt (der Tipp kam übrigens von jener Teilnehmerin aus dem Tantrakurs, welche mir auch die Vergebungsübung mit auf den Weg gab). Es war unerbittlich und beinahe zu intensiv, doch erst dort kam heraus, wie stark ich (von kleinauf) meine Mama beschützte. Ich hatte den Abend danach deshalb gut überstanden, weil mich die ganze Gruppe auffing und mich laut wegen meines Mutes bejubelte :-).

 

Neben den Tantrakursen von Helfried Lohmann (in Leipzig) kann ich dir auch die Tantra-Einsteigerwochenenden von Silvio und Mara im ZEGG bei Bad Belzig empfehlen. Das Seminar findet auf Spendenbasis statt. Hier geht es zum Tantra-Angebot des ZEGG und hier zur eigenen Webseite von Silvio und Mara. Persönlich war ich zwar noch nicht bei ihnen. Ich empfehle sie dir aber deshalb, weil ich das ZEGG sehr schätze und über die Beiden schon viel Positives gehört habe.

Depression und Tantra: Persönliche Tipps

Ich persönlich würde außerdem bei der Auswahl eines längeren Tantrakurses auf die Qualifikation der Kursleiter achten. Gibt es einen Abschluss als Heilpraktiker/Heilpraktiker für Psychotherapie? Wie kam der Kursleiter/die Kursleiterin zum Tantra? Wie lange werden schon Kurse angeboten? Während eines Kurses können sich lange unterdrückte Bedürfnisse und Gefühle zeigen, von Eifersucht, Missgunst, Wut über Angst und Scham. Es kann innerhalb der Gruppe dann auch mal knirscheln, weshalb ich nach einer erfahrenen Kursleitung Ausschau halten würde. Außerdem kann es passieren, und mir ist es passiert, dass man in eine traumatische Situation von früher hineinrutscht. Doch durch die Erfahrung von Helfried und Anke ("Soluna") kam ich da sehr schnell und ohne Nachwirkung wieder hinaus. Tantra ist faszinierend UND herausfordernd.

 

Herzensgruß

 

Deine Kirsten

 

Quelle.

Richardson, Diana (2019): Zeit für Weiblichkeit. Der tantrische Orgasmus der Frau. 19. Auflage. Innenwelt,

 

Treibt dich eine Frage zum Tantra um oder magst du deine Tantra-Erfahrungen mit anderen teilen? Ich freue mich über einen Kommentar von dir!

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Kommentare: 1
  • #1

    Helfried Lohmann (Montag, 07 März 2022 11:58)

    Ich mag Kirstens Sicht bekräftigen, das eine Kombination als klassischer Therapie und tantrischem Selbsterfahrungskurs sehr wirksam sein kann. Mein Therapeut hat auch die Nase gerümpft, aber ohne meine Tantra-Erfahrungen hätte ich sicher 2 bis 3 Jahre mehr gebraucht (wenn ich überhaupt dahin gekommen wäre, wo ich jetzt bin). Als Kursleiter finde ich auch die Integration von vulnerablen Menschen in die wilde Mischung von "normalen" Menschen mit ihren Wünschen und Bedürfnissen gut. Die Möglichkeit in einem bewussten, geleiteten Setting auf Augenhöhe "echte" Erfahrung zu machen und sinnliche Bedürfnisse zu befriedigen ist wichtig. Wenn dann mal etwas jenseits der (Komfort-) Grenze passiert, mit einem Therapeuten in der Tiefe zu reflektieren, kann eine Kursgruppe nicht immer leisten.