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Kompliziert

Gedicht Kompliziert

Ich sitze hier

und stelle mir Fragen,

die ich so gern ignorieren möchte.

Die mich nicht beschäftigen sollen.

Aber sie tun es.

 

Bin ich undankbar,

wenn ich mich von den

Selbstzweifeln abgrenze?

Mir das tägliche Genörgel

nicht geben will?

 

Kuriose Situation.

In der Wohnung fühle ich mich wohl.

Sehr wohl.

Doch das Zusammenleben…

Ich spüre den Fluchtreflex deutlich.

 

Warum ist es so kompliziert?

Ich verstehe es wirklich nicht.

Zwei Menschen, die sich gut tun.

Sich genau dort gegenseitig stärken,

wo der andere Unterstützung braucht.

 

Und doch ist es so kompliziert.

Warum?

Ich weiß es nicht.

Und es hämmert mir wieder durch den Kopf:

„Es darf leicht gehen.“

 

Bin ich allein,

spüre ich die Früchte der letzten 3 Jahre.

Die Fülle.

Den Reichtum.

Die so positiven Veränderungen.

 

Aber ich spüre auch

meine tiefe Kraftlosigkeit.

Den tiefen Wunsch

nach Abstand von allem,

was war.

 

Sind wir aber zusammen…

Kippt die Stimmung.

Oft sehe ich mein altes Ich vor mir.

Habe tiefes Verständnis.

Und muss doch eine Stänkerliste führen.

 

Wenn nur diese Kraftlosigkeit nicht wäre…

Ich mag nicht schon wieder umziehen.

Ich mag einfach nicht.

Etwas kapituliert in mir.

Beim Gedanken daran.

 

Vielleicht wird mir die

Entscheidung abgenommen.

Rausgeworfen,

weil meine neue Lebensweise

eigene, unerfüllte Bedürfnisse

ins Licht holt.

 

Bedürfnisse, die seit vielen

Jahren unterdrückt werden.

Und nun melden sich                                                                                                                 

Neid und Missgunst.

Eigentlich sind sie wichtige Warnschilder.

 

Ich mag solche Gedanken nicht haben.

Ich mag diese Zeilen nicht schreiben.

Ich mag nicht undankbar sein.

Ich mag dieses Ständig-Negative nicht.

Ich mag einfach nicht.

 

Was will mir das Leben sagen?

Worum geht es hier?

Mein liebes Herz,

was willst du mir sagen?

Was ist richtig?